Die Reise begann. Wo sollte es hingehen?
Mit einer der ersten Wege führte mich zu einem Chiropraktiker. Dieser wusste relativ cool mit meiner Excelliste umzugehen und legte diese neben einen Bogen mit der Darstellung der menschlichen Wirbelsäule. Relativ flugs ging sein Blick durch meine, mir von meinem Körper mitgeteilten Punkte und es folgten Kreise und Kreuze auf seinem Bogen entlang der Wirbelsäule. Danach drehte er seinen Zettel um, ließ ihn liegen und wir wechselten in den Raum mit der Behandlungsliege.
Drücken, ziehen, drehen, knacken. Soweit meine laienhafte Wiedergabe dessen, was in den folgenden 45 Minuten passierte. Er analysierte also meinen Körper und markierte seine Ergebnisse auf einem weiteren Bogen. Nach Abschluss der Kontrolle folgten verschiedene Techniken, die alle, ohne Schmerzen zu erzeugen, zur Anwendung kamen. Mal mit lautem Knochenknacken, mal mit sanftem oder zeitweise etwas festerem Druck hier oder dort.
Zur Nachbesprechung wurden alle Zettel nebeneinander gelegt - hohe Übereinstimmung auf seinen Wirbelsäulenbildern. Von seiner Untersuchung und der Behandlung abgeleitet erklärte er mir dann, welche meiner Wehwehchen "wohl möglich" durch seine Behandlung, die ggf. 1-2 mal zu wiederholen wäre, aus der Welt zu schaffen wären. Um es kurz zu machen, so geschah es dann auch und die Liste schrumpfte rapide zusammen auf eine 3/4 Seite.
Ist das nicht super? Ich hatte zahlreiche Punkte abhaken können. Es wusste jemand was die Ursachen für diverse Themen in meinem Körper (oder besser Kopf) waren und konnte diese auch noch abstellen. Ja, wirklich toll, aber...
... was ist denn mit den anderen Sachen, die noch auf der Liste stehen?
Nun, ich will hier nicht zu weit ins Detail gehen, aber sagt man nicht eine Reise ist nur dann eine gute Reise, wenn man an viele Orte kommt, die man zuvor noch nicht besucht hat? Ich habe also alles versucht.
Ich besuchte lange Zeit regelmäßig meinen Hausarzt, meinen Lungenfacharzt, der mich nach meinem Krankenhausaufenthalt weiter betreute, meinen Augenarzt, der ggf. etwas finden könnte, da eine Beteiligung der Augen bei einer Sarkoidose nie ausgeschlossen werden kann. Dieses wiederholte ich quasi als Regeltermin im Quartalsabstand. Erst als mich der andere Lungenarzt, aufgrund des Urlaubs meines eigentlichen Arztes behandelte und mich fragte, was ich eigentlich noch in der Praxis wolle und mir überlegen sollte ggf. eine Gesprächstherapie als nächsten Schritt in Erwägung zu ziehen wusste ich, ich musste etwas ändern. Also ging es zum Neurologen, zum Phlebologen, zum HNO, zu einem anderen HNO, ... ja, aus Sicht des neutralen Lesers verrückt, aus heutiger Sicht kann ich dem auch voll zustimmen. Aber damals wusste ich, dass das der (jeweils) nächste und einzig richtige Schritt war.
Aber als auch der letzte Facharzt und da bekommt das Thema für mich wieder eine unkritische aber gewisse Brisanz, bei meinen Punkten, die ich heute durchaus als Pünktchen bezeichnen würde, keine Ursache benennen konnte und demnach auch keine Lösung bot, und nicht mal einen Vorschlag machte, und mir schon gar nicht etwaige Verhaltensregeln an die Hand geben konnte, zu dem Zeitpunkt kamen alternative Anbieter ins Spiel. Die Schulmedizin ebnete mir also den Weg zu Heilern und Heilpraktikern.
Die alternative Reise beginnt....
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