Wie kam es dazu?

Eine Ernährungsumstellung ist nicht nur eine Idee: "Ach, ich stelle jetzt mal meine Ernährung um." Es ist aber auch keine Wissenschaft.

Bei mir ist es die Fortsetzung einer Reise. Eine Reise, die ich meinem Körper zu "verdanken" habe. Nachdem dieser sich bereits in meiner Jugend mit unerklärlichen Gelenkschmerzen eine erhöhte Aufmerksamkeit verschaffte, gönnte er mir in meiner Blütephase - im Alter zwischen 20 und 30 Jahren - eine lange Zeit 110%iger Funktion und brauchte keine besondere Aufmerksamkeit. In der Jugend sollten Einlagen, DONA 200-S - ein Arthrose-Medikament -, ein Stützkorsett und Krankengymnastik helfen. Danke nochmal für die Versuche.

Den 20ern folgten dann die 30er. Hier änderte sich dann einiges - im Alter von 31, innerhalb von 4 Wochen. Schmerzhafte Gelenke. Alle Gelenke. Von groß nach klein. Es startete mit den Hüftgelenken, weiter über die Knie, Schultern und Ellenbogen zu allen anderen Gelenken, die es im Körper so gibt - je nach Literatur also um die 212 im Körper. Unvergessen die Sprunggelenke. Meine Hand-, und Fußgelenke waren auf das 3 fache ihrer Normalgröße angeschwollen. Bewegung und/oder Berührung waren zu vermeiden. Das Gehen war nur auf Zehenspitzen möglich. Hinsetzen - super schmerzhaft. Der Klo-Gang - unvorstellbare Schmerzen. Dieses mal keine Einlagen ... - mein Hausarzt, den ich sehr schätze, der immer noch mein Hausarzt ist, behandelte mich mit verschiedenen Antibiotika auf Borreliose. Ohne Erfolg. Zusätzliches "Highlight" während dieser 4 Wochen: nachts 39-40 Fieber, tagsüber: fieberfrei. Die Konsequenz war eine Einweisung ins Krankenhaus.

Was soll ich sagen: In der Notaufnahme geriet ich an eine junge Assistenzärztin, frisch von der Uni kommend. Sie sah mich an und fragte meine Frau und mich im Laufe der Anamnese, ob meine Lunge bereits geröntgt worden sei. Ich gebe zu, dass ich in dieser Sekunde jede Wette verloren hätte, die einen Zusammenhang mit oder für weitere Erkenntnisse durch das Röntgen der Lunge von irgendjemanden angeboten worden wäre. Es war jedoch die Nadel im Heuhaufen. Ende des Diagnoserätsels. 

Diagnostiziert: Löfgren-Syndrom 

Und trotz der schnellen Diagnose und Hilfe durch die Gabe von Schmerzmitteln und Kortison, war eine neue Angst geboren. Die Angst an etwas erkranken zu können, und nicht zu wissen, was es ist oder was dagegen zu unternehmen sei. Ich würde nicht soweit gehen und von Hypochondrie sprechen. Ich war jedoch nach meinem Krankenhausaufenthalt fortan sehr viel wachsamer, was die "Zeichen" meines Körpers anging. Jedes Zucken, jede Veränderung, jedes Gefühl in einem Muskel, einem Gelenk, an der Zunge, am kleinen Zeh, .......... alles, bekam von nun an 110% meiner Aufmerksamkeit. A touch too much. Grüße gehen raus an meine Frau, die mich trotzdem liebt und mir regelmäßig gesagt hat, dass ich vielleicht etwas übertreiben würde.

Ich erstellte im ersten Schritt also eine Aufstellung meiner Wehwehchen. Diese feinsäuberlich in Excel erstellte Übersicht, ließ sich in Schriftgröße 12 auf gerade mal zwei DIN A4 Seiten ausdrucken.

Die Reise begann!


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Reise begann. Wo sollte es hingehen?

Sofort loslegen ohne Planung. Keine gute Idee?

Der Großeinkauf am Anfang. Was kommt mit, was nicht?